Lyrik - Lebenszyklen

Der Moment

Wenn plötzlich gar nichts mehr zählt, außer jener Moment in dem wir uns
gegenüber stehen und wissen, dass unsere Herzen miteinander schlagen,
weil wir ohne einander nicht in der Lage wären, wirklich zu sein.
Wenn wir dann realisieren, dass wir uns bedingungslos brauchen, weil das
was wir uns geben jene Liebe ist, die uns am Leben erhält.
Dann ist dies jener Augenblick in dem wir erkennen,
dass es niemals hätte anders sein dürfen, wir es aber zugelassen haben,
dass es vorbei gehen kann und dieser Moment nicht ewiglich sein durfte.

© Christa Seiferling 27. Januar 2016

 

Gottes Atem

In diese Welt geworfen
Ins Meer gespült, gestrandet
Aufgestanden, gezittert, total verloren
Gottes Atem geatmet
Liebe bekommen
weiter gelebt
Geweint, im Schmerz versunken
Gottes Atem geatmet
Manchmal gelacht
Schmerzen gebracht und Schmerzen ertragen
Das Herz geöffnet
Liebe gegeben, ins Leere gelaufen
Mauern aus Stolz und Stärke in mir errichtet
Niemand kann und wird diesen Weg verstehen
Liebe empfangen und wieder Gottes Atem geatmet
Mut gehabt hinter meine Mauern zu sehen
Eine Hand die mich hielt
Für eine kurze Zeit von Glück
Wieder geliebt
Das Herz geöffnet
Gottes Atem geatmet
Alle Mauern eingerissen
Verletzlich durch die Wunden in mir
Alles gegeben, Liebe, meine Kraft, mein Leben
Erschüttert durch Verlust
Wiederholtes Verletzen
Gottes Atem geatmet
Gekämpft
Aufgegeben zu kämpfen
Wer mich wirklich liebt
Was zu mir gehört - bleibt.

© Christa Seiferling

 

Die letzte Reise

Auf einer Reise ich mich befand,
bepackt mit Vielerlei in mir.
Trug meinen Koffer in der Hand,
die Straße zum Schiff fast hoch gerannt.

Die Leinen waren schon lange gelöst,
die Brücke noch am Hafen lag.
Ein alter Mann mit jungen Augen,
sah freudig lächelnd in den Tag.

Betrat das Schiff durch schmale Flure,
das Geleit vom Kapitän.
Alsgleich begann das Schiff zu fahren,
schön, meinen Platz hierauf zu sehn.

Sah zurück mit ruhigem Blicke,
eine Frau am Hafen stand.
Sie wäre gerne mit gefahren,
doch den Zugang sie nicht fand.

So reisten wir geraume Weile,
viele Menschen mit an Bord.
Durch des Wassers Wogen schob sich,
dieses Schiff ganz ruhig hinfort.

Es fiel mein Blick auf meinen Koffer,
den ich in Gedanken sah.
Und wußte das in diesem welchen,
keine Habe von mir war.

Keine Kleider, nicht Kosmetik,
doch ein Bild von vielen Leut’.
deren Begegnung in meinem Leben,
ich noch niemals hab bereut.

So öffnete ich meinen Koffer,
er war leer und doch gefüllt.
Nahm ein Kleid, das man mir schenkte,
legte es zu meinem Bild.

Sollte eine Welle kommen,
riesig groß und mächtig gleich.
So war ich sicher, werd’ ich finden,
meinen Weg durch sie sogleich.

Ruhe in mir, Frieden, Stille,
eine Liebe sonderbar.
Intensiv und voller Fülle,
fühlte ich mich, wie ich war.

Ich schloß wieder meinen Koffer,
da ich zur Ankunft war bereit.
Weiß die Stunden gleich Sekunden,
alles nah und doch so weit.

Mir ist klar, an diesem Tage,
da wir auf große Reise gehn.
einen Koffer bei uns tragen,
leer und doch gefüllt zu sehn.

Was wir Menschen Leben nannten,
wenn wir den Weg nach Hause gehn.
Was wir gaben, tun und ließen,
wir werden es in uns wieder sehn.

So leb dein Leben im Bemühen,
ehrlich, liebend, warheitstreu.
Denn das ist’s, was in dir wird blühen,
es ist deines Lebens Weizenspreu.

Christa W. Seiferling      10.10.2008

 

Miteinander

Es werden uns in unseren Leben
Menschen zur Seite gestellt,
die uns ein Stück unseres Weges begleiten.
Manchmal erfahren wir dadurch Leid,
manchmal erfahren wir dadurch Freude.
Wenn zwei Menschen sich begegnen,
in deren Herzen die Liebe erweckt wurde,
dann erfahren wir die Güte und die Gnade
der Liebe Gottes durch das Zusammentreffen.

(c) Christa W. Seiferling

 

Verlust

Dunkelheit zerreißt das Leben,
jäh Hoffnung, Glück und Sein zerstörte,
niemals mehr wird es ihn geben,
diesen Menschen der einstens zu dir gehörte.

Schmerzhaft des Bewusstseins Klarheit,
Einsamkeit das Herz es drückt,
unerschütterliche Wahrheit,
unaufhaltsam ins Hier gerückt.

Missend seiner strahlend Augen Glanz,
mit welchen er den Raum erhellte,
dieses Lächelns feiner Tanz,
mit dem er sich dem Leben stellte.

Unerreichbar das sich spüren,
Zweisamkeit die’s nicht mehr gibt,
kein Gespräch je mehr zu führen,
mit dem Menschen dem man liebt.

Trauer, Schwere, Last und Bürde,
zerriss fast schon Dein Seelenkleid,
zu tragen es in stiller Würde,
ist was dir ohne ihn noch bleibt.

Wandel ist nun anzustreben,
die Liebe macht dir nun gewahr,
dass was einzig wir gegeben,
oftmals nicht genügend war.

Spürst im Wandel der Gefühle,
dass Trauer dich gefangen hält,
lässt sie los mit großer Mühe,
öffnest dich für eine neue Welt.

Nicht mehr leiden, noch ihn halten,
mit der Sehnsucht Schmerzlichkeit,
seine Flügel sich entfalten,
in der wahren Wirklichkeit.

Es zu wissen und es zu leben,
ist ein wahrhaft Unterschied,
Glück schien niemals mehr zugegen,
weil zu Leben man vermied.

Sehe in dich, in die Schmerzen,
lasse los, das was dich hält,
spür die Einheit in dem Herzen,
mit all dem was ist in dieser Welt.

Es gibt viele Welten um uns,
viele Seelen anderorts,
doch nur eine Erde führt uns,
an des Weges Ewigkeitsresorts.

Christa W. Seiferling

 

Lebensgang

Behende ist der Lebensgang für uns nicht zu beschreiten,
wir glauben, dass wir selber gehn, doch werden wir geleitet.

Es ist das Maß nicht aller Dinge, das man gerade vor sich sieht,
es ist was unsichtbar dahinter, ganz tief in Deinem Herzen blüht.

Die Schleier sind noch nicht gehoben, die Welt sie dreht sich immerfort,
das Leben in uns eingewoben und nicht an einem andren Ort.

Was Tun wir ohne Unterlass, und halten uns mit Weh und Klagen,
von manchem leichten Wege ab, und möchten dann so oft verzagen.

Wir sind gemeinsam unterwegs auf diesem einen Lebenswege,
niemals getrennt von irgendwas, erkenne und bewege!

Der Wandel nach dem alles strebt, er bringt den einen Segen,
zu fühlen niemand ist allein und Liebe wird es geben.

Leichtigkeit ist das Bestreben, auf dieser Erde hier zu leben,
dafür wird sie jedoch gewiss, innerlich noch mal erbeben.

Mutter Erde weitet sich, sie öffnet sich dem Wandel,
schüttelt alles Leid von sich, auf dass die Menschen handeln.

Wagt in Liebe sie zu sehen, Euch und alles was geschieht,
erst dann wird was wir lang ersehnten, wachsen und die Frucht erblüht.

Sie wird erblühn in euren Herzen, die Frucht, die eure Liebe trägt,
sodann wird sie zur schönsten Blume, doch nur wenn ihr es in euch säht.

Sieh an der Welten großer Wandel, der Mensch allein kann es vollführn,
so gilt es jetzt und schnell zu handeln, damit nicht schließen sich die Türn.

So bittet: öffne unsre Herzen, auf dass wir sehen so wie Du,
nicht leiden mit der Erde schmerzen, und leben in der Liebe Ruh.

Auf dass der Strom der großen Liebe, zieht ein in jedes Menschenherz,
und so geheilt wird in der Tiefe, jedes Leid und aller Schmerz.

Dass weder Habgier,  Neid und Rachsucht jemals mehr uns kann verführn,
weil diese Liebe fähig ist, die tiefste Demut in uns zu berührn.

Es ist das Maß nicht aller Dinge, das man gerade vor sich sieht,
es ist was unsichtbar dahinter, ganz tief in Deinem Herzen blüht.

So heb die Schleier um zu leben, die Liebe und des Herzens Wort,
erbitte dafür Gottes Segen, er spricht zu Dir an jedem Ort.

Der Große Geist, er wird uns leiten, dahin wo dieser Weg soll gehn,
wenn wir es wagen und erbitten, wird er segnend vor uns stehn.

Die Schleier werden dann gehoben, in des Menschen Herz zieht ein,
Freude und der Geist der Weisheit, alles wird in Liebe sein.

© Christa W. Seiferling

In der Nacht zum 05. Mai 2009 erbebte in Baden-Württemberg die Erde. Das Epizentrum des Erdbebens befand sich bei Lörrach.

Leben bedeutet unter anderem auch für mich... 

Lebe Dein Leben nicht in Deiner Verschwiegenheit
und in keiner Form von Angst.
Die Angst nimmt Dir die Freiheit und den Raum,
das göttliche zu atmen in jedem so kostbaren Augenblick.

Überlasse den Menschen, wenn sie anders denken,
aber überlasse Dich niemals ganz dem denken der Menschen.
Entscheide niemals, etwas nicht zu tun,
weil es andere Menschen nicht verstehen könnten.

Entscheide Dich aufrecht zu stehen
und mit Deinem Herzen zu sehen, zu denken, zu spüren.
Hinter die Masken und Schleier zu gehen,
sie zu lüften und weg zu ziehen von Dir und Anderen, 
um heil zu werden - und vor Dir selbst in Aufrichtigkeit zu bestehen.

Sei bestrebt wahrhaftig zu sein.
Das Leben ist kurz und doch so lang, 
dass man dies in jedem neuen Augenblick verwirklichen kann.

© Christa W. Seiferling

Lebensweg

Ich wäre nicht die, die ich heute bin, hätte ich nicht genau
all das erfahren, was ich so schmerzhaft erleben musste.
Und heute, heute gelingt es mir, all diese Menschen, die mich
verletzten ins Herz zu nehmen und ihnen die Liebe zu geben,
die sie für sich selbst nicht haben und nie erfahren durften
in diesem Leben.
Dies und nichts Geringeres ist meine ganz kleine persönliche
Meisterschaft.
Es ist nicht Mut, jemanden zu lieben, den man eh schon mag.
Aber es ist Mut, jemanden zu lieben, der einem feindlich
gesinnt ist.
Nein, ich bin keine Mutter Theresa und ich bin - weiß Gott
keine Heilige - jedenfalls noch nicht - und lächle über mich selbst.
Aber ich bin jetzt mehr denn je das Wesen, das ich mir immer
wünschte sein zu können.
Wenn ich es schaffe Vergebung und Liebe zu leben. Nicht zu
werten und nicht zu urteilen, dann bin ich meinem Selbst am
nahesten. Dann ist alles friedlich in mir und leicht.
Noch schaffe ich das nicht permanent, doch es wird immer
besser und einfacher. Und es ist nun mal eben mein Weg.
Es ist leicht, vor allem im Leben die Augen zu verschließen,
und einfach alle Verantwortung für sich selbst und das was um
einem herum geschieht, darin abzugeben.
Ich habe den Mut, meinen Weg immer weiter geradeaus zu gehen.
Nichts wird mich aufhalten. Keine Hürde, kein Berg, kein Wort.
Weil ich eines tief in meinem Herzen weiß, dass wenn ich
falle, ich immer wieder die Kraft habe aufzustehen.
Denn niemand, wahrhaftig niemand – kein Mensch – fällt jemals
tiefer, als in Gottes Hände.

© Christa Seiferling

Morgenritual

Monotones, sachtes Klopfen des Regens.
Es bringt mich in eine tiefe Ruhe, ich schlafe ein.
Ich erwache,
das sachte Geräusch des Regens vernehmend,
welches mich so ruhig in den Schlaf wiegte.
Ich lächle und steige aus dem Bett.
Öffne die Tür und trete hinaus zu Mutter Natur.
Guten Morgen, Wesenheit Regen! Sprudelt es aus meinem Herzen.
Guten Morgen, Mutter Natur!
Ich strahle, und für einen Augenblick
wird der Regen ein ganz kleines bisschen stärker. 
Ich grüße Dich auch, erwidert er mir. 
Seine feinen Tröpfchen benetzen mein Gesicht und 
tanzen freudig um mich herum.
Ich breite die Arme aus, genieße diese frische Luft.
Bruder Wind eilt herbei und weht mir leicht um die Nase.
Auch Dir einen schönen guten Tag, Bruder Wind!
Wesenheit Regen schickt voller freudigem Schalk noch eine kleine
sehr sanfte, fast hauchzarte Welle aneinander gereihter Wassertröpfchen.
Bruder Wind hilft ihm, die Welle zu mir zu transportieren.
So, als würde er sie in den Händen halten und zu mir bringen,
dass sie mich sachte benetzen.
Lächeln durchzieht meinen Körper, Freude und Frische.
Ich sehe nach oben, gen Himmel.
Suche einen Augenblick nach Vater Sonne im gedanklichen Gruß.
Sehe ihn nicht.
Ich spüre in mein Herz und in Gedanken erstrahlt die Sonne.
Ja, Vater Sonne, auch Du bist da,
wenn ich Dich auch heute mit den physischen Augen nicht sehe.
Danke für diesen wunderbaren Augenblick,
Vater Sonne, Mutter Natur, Bruder Wind und
natürlich Wesenheit Regen.

© Christa Seiferling

Herzenstüren

Mit jeder verschlossenen Tür die Du öffnest in Dir, gehst Du den Weg zurück zu Deinem Herzen.
Wenn Du lernst Liebe zu leben, wirst Du spüren, dass alles Leid vorüber ist.
Du wirst fühlen, Du bist angekommen in Dir.
Wenn Deine Seele wieder lächelt wirst Du klar sein in Deinen Gedanken,
und die lang ersehnten Träume werden Dein Leben werden.
Du wirst lächeln und lieben und diese Liebe und das Lächeln in Dir weitergeben.

© Christa Seiferling

Träume

Wenn Du beginnst Dein Leben zu träumen
wie Du es gerne hättest,
wirst Du erstaunt sein,
wie schnell sich Träume verwirklichen.
Halte Dich fest an mir,
denn ich werde sie behüten,
Deine Träume,
wohin auch immer sie fliegen.

© Christa Seiferling

An meiner Seite

Es ist gut, jemanden an seiner Seite zu wissen,
der einfach nur hier ist, wenn man ihn braucht,
man sich alleine fühlt, oder weil man manchmal glaubt,
alles würde im Augenblick zerbrechen.

© Christa Seiferling

Ich Bin

Oft weiß man nicht, was vor einem liegt.
Dann ist es gut, ganz bei sich zu sein,
um die wesentlichen Dinge des Lebens
annehmen und sehen zu können als das, was sie sind,
die kleinen Schritte auf dem Weg zu sich selbst.

© Christa Seiferling